Tina Berning  The Listeners

Eröffnung: Donnerstag, den 22. Januar 2009
Dauer der Ausstellung: 23. Januar bis 07. März 2009


Die gelegentlich innerhalb einer Zeichnung auftauchenden Wörter (wie u.a. void, revolution, correction) geben nur scheinbar Auskunft über den Inhalt des Blattes. De facto ist der Ausdruck nicht anders zu werten als ein Merkmal einer weiteren Wahrnehmungsschicht, der ferner nur innerhalb eines jeden Betrachtungsvermögens subjektiv aufzulösen ist.

Als weiteren Ansatzpunkt ihrer Arbeiten verwendet Tina Berning die Hochglanzmagazine aus der Lifestyle- und Bewusstseinsindustrie, die sie entgegen ihrer Materialverwendung aus vergilbten, eingerissenen oder ausgemusterten Papieren setzt. Prüfbücher, Trennblätter, Kleinanzeigenformulare, Schulhefte oder alte Schallplattenhüllen schützt sie vor der Entsorgung auf Flohmärkten, indem sie diese Fundstücke nochmals gebraucht, um mit diesen Materialien, die Spuren des Alterns, der Vergänglichkeit und des Todes sichtbar zu machen.

In ihren Zeichnungen spielt Tina Berning mit der kollektiven Figürlichkeit, gleichzeitig verleiht sie der gezeichneten Person soviel an Ausdruck, dass diese der gesellschaftlichen Norm gefährlich wird.

Es sind subtile Korrekturen, die Berning am Einheitsgesicht vornimmt und folglich einen Ausdruck leiblicher Expressivität wiederkehren lässt. In ihren Illustrationen erhalten die Stereotypen wieder eine Gestalt, auch wenn sie fragil und verletzlich erscheinen formuliert sich das Gesicht und Menschenbild umso widerständiger heraus.

 1 Koschatzky, Walter: Die Kunst der Zeichnung. Bd. 1 Salzburg Wien 1977, S. 420

Galerie Andreas Binder
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Andreas Binder München